Freie Fahrt für Super-Lkw in Niedersachsen
Land erteilt Genehmigung
Osnabrück
Als erstes Bundesland erlaubt Niedersachsen den Test superlanger Lkw - mit Schwerpunkt im Bereich Osnabrück / Emsland / Ostfriesland.
Das Wirtschaftsministerium in Hannover erteilte gestern Ausnahmegenehmigungen für den Einsatz so genannter "GigaLiner" des emsländischen Fahrzeugherstellers Krone. Sie bestehen aus einer Zugmaschine, einem Sattelauflieger und einem zusätzlichen Anhänger und erreichen eine Gesamtlänge von 25 Metern.
Laut Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) sollen in einem Pilotprojekt bis zum 31. Juli 2007 drei GigaLiner auf ihre Auswirkungen im Verkehr erprobt werden. Es gehe dabei um Fragen der Sicherheit sowie um Kosten- und Umweltaspekte.
Bewilligt wurde die Teilnahme am Test inzwischen der VW-Logistics GmbH und der Spedition Boll in Meppen. Eine weitere Ausnahmegenehmigung für einen ÂSuper-LKW" hat das Land der Firma Hellmann in Osnabrück in Aussicht gestellt.
Die GigaLiner sollen in der Regel auf festgelegten Routen zum Einsatz kommen. So will VW ein Fahrzeug für Transporte zwischen den Werken Wolfsburg und Emden verwenden. Boll plant den Einsatz eines Multi-Lastwagens auf der Strecke Meppen - Hannover; Hellmann möchte eine besonders wendige Variante des GigaLiners ebenfalls auf der Verbindung nach Hannover, aber auch für die Bedienung von Großkunden im Umland nutzen.
Bislang sind Anhänger hinter LKW-Aufliegern verboten; die Gesamtlänge eines Zuges darf nur maximal 18,50 Meter betragen. In Skandinavien gelten solche Beschränkungen nicht; dort gehören bereits Super-Lastwagen, darunter mehrere hundert von Krone, zum Straßenbild. In den Niederlanden läuft gegenwärtig ein Feldversuch mit 300 Lkw.
Bedarf für solche Großtransporter wird nun auch in Deutschland ausgemacht. ÂDas deutlich größere Ladevolumen könnte einen Beitrag zur Entlastung des steigenden Verkehrsaufkommens und zur Kostenreduzierung leisten", erklärte Hirche. Bei den Speditionen Boll und Hellmann wurde auf rund 50 Prozent höhere Kapazitäten je Transport verwiesen.
Kritisch äußerte sich dagegen der Automobilclub AvD. GigaLiner seien für enge Straßen und Raststätten ungeeignet; zudem steige für Radfahrer und Fußgänger das Risiko, im Âtoten Winkel" übersehen zu werden.
Quelle: Meppener Tagespost, 12.07.2006
